LEITBILD der LOK
Verein für Beratung und Therapie e.V.

Das Leitbild des Vereins für Beratung und Therapie e.V. (Träger der LOK) wurde in einem gemeinsamen Prozess der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt und soll das Selbstverständnis des Vereins aufzeigen. Wir beschreiben unsere Werthaltungen und Visionen, die Aufgaben, Ziele und die Organisationsform. Des weiteren gehen wir auf unsere innere Haltung im Umgang mit Menschen, die uns aufsuchen, unseren Kooperationspartnern sowie der Kollegen und Kolleginnen untereinander ein.

Grundlegende Werthaltung und Vision
Wir arbeiten als Verein auf der Basis einer selbstverwalteten Organisationsstruktur mit geteilten Verantwortlichkeiten. Wir sind ein lebendiges und kreatives Team, das vom Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lebt. In der Teamzusammensetzung achten wir auf multiprofessionelle Fachkompetenz. Die LOK setzt auf ein kollegiales und soziales Miteinander. Dabei ist es uns wichtig, gemeindenah und dezentral im Ostkreis von Marburg-Biedenkopf zu wirken und Menschen aus allen Kulturkreisen einzubeziehen. Wir freuen uns, dass wir auf diesen Grundlagen von außen als vertrauenswürdiger und kompetenter Partner betrachtet und gesucht werden.

Aufgaben und Ziele
Psychosoziales Zentrum im Ostkreis
In den 80er Jahren haben wir begonnen, unsere Hilfeangebote in Stadtallendorf aufzubauen. Seitdem ist das Psychosoziale Zentrum LOK für den Ostkreis entstanden, mit dem Anspruch, Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Bevölkerungsgruppen in einer ländlichen Region psychosoziale Hilfeleistungen zur Verfügung zu stellen. Insbesondere sind wir zuständig für Menschen mit psychosozialen Fragestellungen sowie psychischen Erkrankungen. Hierfür haben wir Angebote entwickelt, die an dem jeweiligen Bedarf der Region orientiert sind.
Seit nunmehr über 30 Jahren bietet die LOK eine Vielfalt von Hilfestrukturen im psychosozialen und psychiatrischen Bereich mit flexiblen Übergängen innerhalb der Angebote sowie nach außen zu anderen Einrichtungen und Kooperationspartnern.
Zum Psychosozialen Zentrum LOK gehören die Tagesstätte für psychisch kranke Menschen, das Betreute Wohnen für psychisch kranke Menschen sowie verschiedene Beratungsstellen: die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle als allgemeine Anlaufstelle, die Schwangerschafts- und Sexualberatungsstelle, die Schuldnerberatungsstelle, die Sozialberatung für Zugewanderte und die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer.
Prävention und psychologische Beratung und Betreuung als menschliche Begegnung
Es ist uns ein Anliegen, unseren KlientInnen eine wertschätzende Beziehung anzubieten. Wir wissen, dass Kontakt, Akzeptanz und mögliche Entwicklungen Zeit brauchen und begegnen Hilfesuchenden mit Menschlichkeit. Ebenso achten wir auf eine angemessene Nähe und Distanz, um den Raum der KlientInnen zu schützen und den Verletzlichkeiten mit Achtung zu begegnen. Krisen und leidvolle Lebenssituationen betrachten wir als Teil des menschlichen Entwicklungsprozesses und akzeptieren daraus resultierende Notlagen ohne moralische Wertung. Diese innere Haltung ist eingebettet in ein hohes Maß an fachlicher Qualifikation, stetiger Supervision, Fortbildung und kollegialem Austausch.
Lobby für psychisch Kranke
Durch Öffentlichkeitsarbeit für die Interessen von psychisch kranken Menschen setzen wir uns für die Verbesserung sozialer Verhältnisse ein. Wir treten für eine selbständige und selbstbestimmte Lebensform im gemeindenahen Umfeld ein. Wir bieten ambulante Begleitung und teilstationäre Betreuung im sozial-psychiatrischen Bereich, die wir flexibel so gestalten, dass sie wenn möglich eine Alternative zu einer stationären Dauerbehandlung darstellen kann. Zentral ist uns dabei, dass sich die Weiterentwicklung der Gemeindepsychiatrie an den Bedürfnissen und Erfahrungen der Psychiatrieerfahrenen, deren Angehörigen und den Professionellen orientiert.
Einfluß auf die Politik und regionalen Versorgungsstrukturen
Durch öffentliche Präsenz und Mitarbeit in sozialpolitischen Gremien wirken wir aktiv an der Gestaltung der regionalen Versorgungsstrukturen mit. Wir betrachten kritisch die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Entsolidarisierung und Individualisierung und insbesondere deren Folgen für benachteiligte, erkrankte und in Not geratene Menschen. Wir möchten zu einer sozial gerechteren Gesellschaft beitragen, in der Ausgrenzung und Stigmatisierung entgegengewirkt wird.

Perspektiven
Die LOK strebt ein bedarfsorientiertes Wachstum an, ohne die eigenen gewachsenen Strukturen zu überfordern. Dabei sehen wir unsere Zukunft weiterhin als dezentral wirkender Verein.
Wir fassen die Veränderungen der gesellschaftlichen Bedingungen wie Sozialabbau und Entsolidarisierung als Herausforderung für unsere weitere Tätigkeit auf.

Stand: 17.01.2012